Arbeitsschutz für die Veterinärmedizin

Arbeitsschutz für Veterinäre | Berner Safety

Arbeitsschutz für Veterinäre | Berner Safety

Schutz beim Umgang mit Zytostatika in der Tiermedizin

Tierärzte - Arbeitsschutz für die onkologische Veterinärmedizin

Sicherer Umgang mit Zytostatika in der Veterinärmedizin

Bei der Behandlung von Kleintieren mit CMR-Arzneimitteln (z.B. Zytostatika) gelten für das Personal die gleichen Sicherheitsmaßnahmen wie in der Humanmedizin.

Die Gefährdungsbeurteilung:

Der Tierarzt / Betreiber muss zunächst eine Gefährdungsbeurteilung durchführen.

Die Gefährdungsbeurteilung ist das zentrale Element des betrieblichen              Das TOP - Prinzip:

Top Prinzip der Gefahrdungsbeurteilung | Berner SafetyArbeitsschutzes und bildet eine wesentliche Grundlage für die Ableitung zielgerichteter Arbeitsschutzmaßnahmen.

Dabei ist zu berücksichtigen, das Zytostatika selbst in sehr geringen Mengen (Mikrogramm (10 -6 ) und Nanogramm
(10 -9 )) toxisch wirken.


Aufgrund der Gefährdungsbeurteilung muss der Arbeitgeber dem Mitarbeiter dann geeignete PSA zur Verfügung stellen, und diese ist zwingend durch den Arbeitnehmer zu verwenden.

Nähere Informationen und Empfehlungen finden Sie auch auf der Website der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW).


Geeignete Persönliche Schutzausrüstung:

Handschuhe:

Gemäß der EU-Verordnung 2016/425 (ehemals EU-Richtlinie 89/686/EWG) darf für den Umgang mit Zytostatika nur Persönliche Schutzausrüstung (PSA) der höchsten Kategorie III eingesetzt werden.

Zur geeigneten PSA gehören zunächst einmal die Chemikalien-Schutzhandschuhe, da hier die Möglichkeit der Kontamination für den Mitarbeiter durch den direkten Kontakt mit Vials, Infusionsbeuteln und Flüssigkeiten am größten ist.

Chemikalien-Schutzhandschuhe vs. Medizinische Handschuhe:

Chemikalien-Schutzhandschuhe müssen innerhalb der EU grundsätzlich nach den Normen EN 420,
EN 374-2 und EN 16523-1 (in Deutschland werden EN-Normen als DIN EN bezeichnet) geprüft werden. Bei der Benutzung von Mehrweg-Schutzhandschuhen ist darüber hinaus die Degradation gemäß EN 374-4 zu prüfen.

Für den Umgang mit Zytostatika sind Chemikalien-Schutzhandschuhe mit entsprechenden Prüfungen gegenüber Zytostatika gesetzlich vorgeschrieben. Im Gegensatz zu medizinischen Handschuhen (geprüft nach EN 455) müssen die Prüfungsergebnisse bei Schutzhandschuhen durch eine externe Zertifizierungsstelle zusätzlich überprüft werden. Dies erkennt man an einer 4-stelligen Nummer, die an das CE-Zeichen angehängt wird (siehe Beispiel). 

   

 

CE










Beispiel: CE-Zeichen ohne und mit Prüfnummer


Empfehlenswert sind hier beispielsweise Zytostatika Schutzhandschuhe aus Nitril, die hochwertigen Schutz gegenüber CRM-Arzneimitteln bieten und gleichzeitig ein besonders gutes Preis-/Leistungsverhältnis haben.

Schutzkittel:

Um den Körper der Mitarbeiter vor Spritzern und Aerosolen zu schützen sind Chemikalien-Schutzkittel die richtige Wahl. Im Gegensatz zu herkömmlichen Baumwollkitteln sind Zytostatika Schutzkittel mit einer geprüften Schutzbarriere versehen. Sie bieten optimalen Schutz und halten die Zytostatika (z.B. bei Spritzern) für mehr als 8 Stunden sicher zurück.

Zytostatika-Arbeitsunterlagen:

Zum Schutz vor Oberflächen-Kontaminationen bei der Herstellung und der Verabreichung sind spezielle Arbeitsunterlagen sinnvoll. Diese sind auf der Unterseite undurchlässig und rutschfest, nehmen auf der Oberseite aber Flüssigkeiten sicher auf und führen diese ins Innere. Durch die Verwendung können aufwendige Reinigungsmaßnahmen deutlich verringert werden. Lesen Sie mehr.

Entnahmekanülen:

Mehrfach-Entnahmekanülen (auch als Spikes bezeichnet) werden anstelle einer Kanüle eingesetzt, wenn Substanzen aus Vials entnommen oder zugespritzt werden. Durch das integriertes Belüftungssystem mit einem Filter (Porengröße 0,2 µm bzw. 0,1 µm) wird eine Aerosolbildung (insbesondere bei CMR-Substanzen wie Zytostatika wichtig) vermieden. An der Schnittstelle zum Vial wird als zusätzlicher Schutz ein Pflaumentupfer empfohlen. So kann das Kontaminationsrisiko deutlich vermindert werden.

Reinigung:

Aufgetretene Kontaminationen können nicht einfach mit Wasser entfernt werden. Untersuchungen des Instituts für Energie- und Umwelttechnik (IUTA) e.V. haben gezeigt, dass ein 2-stufiges Reinigungsverfahren mit einem alkalischen Reiniger (z.B. 0,1 mol Natronlauge) + Isopropanol 70% in einem 2. Reinigungsschritt zu den besten Reinigungsergebnissen führen. Die BERNER ISYSOFT Reinigungstücher haben bei den entsprechenden Untersuchungen aufgrund ihrer Reinigungsleistung die besten Reinigungsergebnisse
(> 99,97% - selbst bei hochgradig kontaminierten Oberflächen) gezeigt.

Spillkit:

Notfallsets, sogenannte Spillkits sollten sowohl bei der Herstellung als auch beim Transport der Zytostatika und bei der Verabreichung in der Praxis immer in greifbarer Nähe sein. Sofern es zu ungewollten Kontaminationen kommt, enthalten sie alle Utensilien um die Zytostatika-Kontaminationen schnell und sicher zu beseitigen.

Die Schutzmaßnahmen für den Umgang mit Zytostatika im Überblick:

Herstellen der patientenindividuellen Lösung im Veterinärbereich:

- Kleine Sicherheitswerkbank

- Zytostatika-Schutzhandschuhe

- Zytostatika Schutzkittel

- Zytostatika-Arbeitsunterlagen

- Chemo-Spikes

- Pflaumentupfer

- Zytostatika-Spillkit

Verabreichung der Zytostatika:

- Kurze Zytostatika-Schutzhandschuhe

- Zytostatika Schutzkittel

- Zytostatika-Arbeitsunterlagen

- Zytostatika-Spillkit

In unserem modernen Schulungszentrum LEAC (Lab Excellence Academy) bieten wir auch
Praxisseminare für Veterinäre an!

Weitergehendes Fachwissen erhalten Sie in der zertifizierten Fortbildungsveranstaltung
"Sicherheitstraining Zytostatika".

 

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