Persönliche Schutzausrüstung - PSA

Produktionsstufen bei der Handschuhherstellung

Produktionsstufen bei der Handschuhherstellung

Langen Reise eines Chemikalien-Schutzhandschuhs vom Gummibaum bis zum Einsatz bei Ihnen

Herstellung Schutzhandschuhe

Vom Gummibaum zum Schutzhandschuh

Schutzhandschuhe gibt es in vielen verschiedenen Arten für die jeweiligen Einsatzgebiete.

Im Bereich der CMR-Schutzhandschuhe sind Produkte aus Naturkautschuk (Latex) der Standard. Latexhandschuhe sind vom Material optimal für den Einsatzbereich geeignet, da sie einen hohen Schutz gegenüber Chemikalien, CMR-Arzneimitteln und Mikroorganismen besitzen, gleichzeitig aber auch die Fingerfertigkeit für feine Arbeiten gewährleisten.

Latexallergie - nein Danke!

Die in den neunziger Jahren bekannt gewordene Latex-Allergie (Allergie Typ I) ist dabei in erster Linie auf die Latex-Proteine zurückzuführen, die durch das Maismehl in den zu jener Zeit gepuderten Handschuhen in großer Zahl beim An- und Ausziehen freigesetzt wurden.

Berner Schutzhandschuhe aus Natur-Latex werden hingegen besonders proteinarm hergestellt und selbstverständlich puderfrei geliefert.

Wie entsteht ein Berner Schutzhandschuh?

Latex oder Naturkautschuk kam im 15. Jahrhundert als Beute der spanischen Eroberer aus Südamerika nach Europa. Lange Zeit sah niemand das große Potential im Saft des Gummibaums Hevea brasiliensis, bis Charles Goodyear im Jahr 1839 durch einen Zufall die Vulkanisation entwickelte. Seit 1890 wurden dann Untersuchungshandschuhe in der Medizin eingesetzt.

Der Saft des Gummibaums wird heute im industriellen Maßstab in Plantagen in Malaysia, Thailand und Indonesien gewonnen. Die Rinde des Gummibaums wird eingekerbt, kleine Becher fangen den Saft auf. Die Bäume müssen dabei täglich neu eingekerbt werden, der gesamte Ablauf an dieser Stelle ist auch heute immer noch Handarbeit. Anschließend wird dem Roh-Latex in Zentrifugen Wasser entzogen und das Material für den Produktionsprozess weiterverarbeitet.

Die hohe Qualität der Berner Chemikalienschutzhandschuhe basiert dabei zum einen auf der Qualität des eingesetzten Rohproduktes. Ständige Kontrollen sorgen hier für eine optimale Verarbeitung des Rohmaterials.

Zum anderen wird die Qualität der Berner Schutzhandschuhe durch den Fertigungsprozess bestimmt. Jeder einzelne Fertigungsschritt wird dabei kontinuierlich überwacht, um ein optimales Endprodukt zu erhalten.

Während des Produktions-Prozesses müssen dem Latex nun verschiedene Chemikalien beigemengt werden, um die einzelnen Prozessschritte (z.B. das Tauchverfahren) durchführen zu können. Hierbei handelt es sich um Substanzen wie Mercaptobenzothiazol (MBT), Thiurame oder Carbamate. Diese Chemikalien sind häufig noch im fertigen Handschuh nachweisbar und können bei längerem Kontakt Allergien (Typ IV-Allergien) auslösen.

Für die Herstellung von Berner Chemikalienschutzhandschuhen werden an dieser Stelle ausschließlich spezielle Carbamate eingesetzt, da diese das geringste allergische Potential haben. In weiteren Prozessschritten werden diese Stoffe dann gründlich wieder entfernt und sind in unseren Endprodukten nicht mehr nachweisbar. Einen Beleg hierüber finden Sie in der Produktinformation unserer Chemikalienschutzhandschuhe.

Durch verschiedene Waschverfahren vor und nach dem Vulkanisationsprozess wird nun der Proteingehalt so weit wie technisch möglich gesenkt, da die Latex-Proteine die Hauptursache für die bekannte Latex-Allergie des Typ I sind.

Qualitätsprüfungen der Chemikalienschutzhandschuhe

Nach der gründlichen Reinigung werden die Berner Schutzhandschuhe dann verschiedenen Qualitätsprüfungen unterzogen. Die Bandbreite reicht hier von Standard-Prüfungen wie dem AQL-Dichtigkeitstest, ausgiebigen Material und Oberflächen-Tests nach DIN EN 374, 388 bis zu zahlreichen Permeationsprüfungen auf Zytostatika und andere CMR-Stoffe (gemäß DIN EN 374-3) sowie ein Viren Penetrationstest nach der amerikanischen Norm ASTM-F11671-97b. Schließlich absolvieren Berner Schutzhandschuhe noch die Baumusterprüfung der deutschen Zertifizierungsstelle als Teil der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA).

Erst wenn die Handschuhe diese zahlreichen Tests mit Bravour bestanden haben, dürfen sie verpackt werden. Für die sterilen Handschuhe kommt anschließend noch der Sterilisationsprozess (Gamma-Bestrahlung) hinzu. Ein spezieller Sterilisationspunkt auf den sterilen Verpackungen macht diesen Prozess sichtbar.

Die Handschuhe haben also bereits einen weiten Weg hinter sich gebracht. Doch erst jetzt dürfen sich diese Handschuhe "Berner Chemikalienschutzhandschuhe" nennen - ein Qualitätsprodukt.

Übrigens: Für Allergiker haben wir auch latexfreie Schutzhandschuhe der höchsten Qualität im Programm.

 

Guido Maik
Produkt Manager


 

Bilder

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